Heilpraktiker Markus Maier
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Heuschnupfen oder Pollinose

Andere Bezeichnungen für Heuschnupfen sind allergische Rhinitis, allergischer Schnupfen oder Pollinose. Die offizielle Bezeichnung nach ICD-10 ist „Allergische Rhinopathie durch Pollen“. Beim Heuschnupfen entsteht eine Entzündung der Nasenschleimhaut. Zusätzlich können auch Augen (Entzündung) und die Haut (Schwellungen) betroffen sein. Sind die Bronchien ebenfalls betroffen, kommt es zu allergischem Asthma. Dieses lässt sich als schwere Verlaufsform des Heuschnupfens sehen.

Auftreten

Der Heuschnupfen gehört in Deutschland zu den häufigsten Allergien. Davon sind etwa 20-25% der Erwachsenen betroffen und 15-20% der Kinder und Jugendlichen. Insgesamt ist die Tendenz steigend!

Heuschnupfen-Symptome

Typische Symptome der Pollinose sind eine Schwellung der Nasenschleimhaut mit Juckreiz, Naselaufen oder Verstopfung und Niesen. Zusätzlich können die Augen entzündet sein, die Haut angeschwollen, Bronchien (allergisches Asthma) betroffen sein. Oft besteht Ãœberempfindlichkeit gegenüber kalter Luft, Tabakrauch oder Düften. Bei schwereren Verläufen kann es auch zu einem grippeähnlichen, allgemeinen Krankheitsgefühl kommen mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit, schwerem Kopf und Problemen bei sportlicher Aktivität. Eine wesentliche Rolle für das Auftreten der Symptome spielt hier das körpereigene Histamin. Dieser bei der Immunreaktion ausgeschüttete Botenstoff führt zu Anschwellen der Nasenschleimhaut und regt die Drüsentätigkeit an, so dass die Nase läuft und die Augen tränen (siehe Allergien...).

Der Heuschnupfen im Jahresverlauf

Im Gegensatz zu Allergien, welche das ganze Jahr auftreten, z.B. gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare, ist der Heuschnupfen abhängig von den auslösenden Allergenen. Dadurch lassen sich die Pollen grob in drei Arten unterteilen, was eine genaue Bestimmung mittels Prick-Test erleichtert.

Februar-Mai: Frühblüher

Frühblüher sind in der Regel Bäume. Bäume sind bei etwa einem Drittel der Betroffenen Auslöser für Heuschnupfen. Bereits im Februar blühen Hasel und Erle, kurz darauf folgen Ulme, Weide, Pappel, Esche und Birke. Ab April kommen Buche, Platane und Eiche hinzu.

Mai-August: Sommerblüher

Sommerblüher sind vor allem Gräser und Getreide. Der Höhepunkt des Pollenflugs bei Gräsern ist von Mitte Mai bis Juli. Etwa 50% der Betroffenen sind allergisch gegen Gräser – damit sind diese Spitzenreiter beim Auslösen von Allergien. Getreide wie Roggen oder Mais folgen in der Blüte etwas später ab Juni.

August-September: Frühherbst

Im Frühherbst blühen vor allem Kräuter. Gegen diese reagieren etwa ein Viertel der Heuschnupfen-Allergiker. Insbesondere Nesselarten und Beifuss sind hier zu erwähnen. In den letzten Jahren ist die Beifuß-Ambrosie hinzu gekommen. Ihre Blüte ist von August bis September. Sie ist sehr gefürchtet, da das allergene Potential der Ambrosiapollen um ein vielfaches höher ist als bei Gräserpollen, denn sie produzieren bis zu einer Milliarde Pollen pro Pflanze. Die Samen verbreiten sich sehr stark und bleiben im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig. Durch die späte Blüte im August und September hat sich die frühere Pollensaison verlängert.

Ursachen

Der Allergie-Mechanismus

Kommen Pollen, gegen welche der Körper allergisch ist, mit der Schleimhaut der Nase (oder wie beim allergischen Asthma mit den Schleimhäuten der Bronchien) in Kontakt, so laufen dort immunologische Reaktionen des spezifischen Immunsystems ab. Die T-Zellen verwechseln diese eigentlich harmlosen Pollen mit gefährlichen Eindringlingen wie Bakterien oder Viren. So kommt es zu einer Ãœberreaktion mit Angriff auf die vermeintlichen Feinde und einer Alarmierung von B-Zellen. Dabei wird unter anderem der Botenstoff Histamin freigesetzt, der für einen Großteil der Beschwerden verantwortlich ist (siehe Allergien...). Insgesamt ähnelt der Kampf des Immunsystems gegen die Pollen dem Kampf Don Quichottes gegen Windmühlen.

Vererbung

Die Neigung zu Heuschnupfen kann vererbt werden, jedoch nicht die Allergie gegen bestimmte Pollen.

Hygiene-Hypothese

Dieses Erklärungsmodell geht von einer Unterforderung des Immunsystems wegen übertriebener Hygiene in den Industrieländern aus. Um in dieser Umgebung nicht in einen bedrohlichen Zustand der Inaktivität zu geraten, sucht sich das Immunsystem andere Feinde, z.B. Pollen (siehe Allergien...).

Impf-Theorie

Im Gegensatz zu starken allergischen Reaktionen z.B. gegen Bienengift ist das „Heufieber“ (heute Heuschnupfen) eine relativ junge Erkrankung. Als Heufieber wurde sie zum ersten Mal in England beschrieben, kurz nachdem dort Impfungen gegen Pocken durchgeführt wurden. Zu dieser Zeit war die Landbevölkerung noch nicht betroffen, sondern vor allem wohlhabende Stadtbewohner, welche diese Impfung durchführen ließen. Erst nach der staatlichen Einführung der Pockenimpfung in England wurde das Heufieber auch bei der Landbevölkerung beobachtet. Ob die vermehrten Impfungen etwas mit dem vermehrten Auftreten von Heuschnupfen, anderen Allergien und vielleicht sogar Autoimmun-Erkrankungen zu tun haben, wird heute stark diskutiert. - Impfen ist ein Vorgang, bei welchem abgetötete Erreger auf einer Trägersubstanz wie Hühnerembryonen oder Krebszellen zusammen mit Hilfsstoffen künstlich in den Körper gebracht werden. Eine Konditionierung auf Trägersubstanz oder Hilfsstoffe liegt nahe – muss jedoch nicht auftreten. Interessant ist allemal, dass zumindest die Beobachtung von Heufieber zeitlich und örtlich in die ersten groß angelegten Impfaktionen fiel.

Verstärkende Faktoren

Faktoren wie Umweltverschmutzung haben einen starken Einfluss auf die Aggressivität von Allergenen und können zu einer Verstärkung führen. Allergene wie das Hauptallergen der Birke können sich an Dieselrußpartikel anheften und fördern so wahrscheinlich die Sensibilisierung auf dieses Allergen.
Inzwischen durch Studien untermauert ist auch ein Zusammenhang zwischen Rauchen (auch Passivrauchen) und Heuschnupfen.
Aus naturheilkundlicher Sicht spielen Ãœbersäuerung und Verschlackung des Körpers sowie eine teilweise falsche Besiedelung des Darms durch schädigende Bakterien eine wichtige Rolle für die Verstärkung der Symptome und eine Ausweitung von Allergien in Form von Kreuzreaktionen.

Diagnose und Verlaufsbeobachtung

Ausgehend vom Zeitpunkt des Auftretens der Symptome werden die genauen Allergieauslöser mit Hilfe des Prick-Tests ermittelt. Hier wird die Beobachtung ausgenutzt, dass sich die Haut unseres Unterarms ähnlich verhält wie unsere Nasenschleimhaut und entsprechend auf Allergene reagiert. Bestätigt werden kann die Diagnose durch den RAST (Radio-Allergo-Sorbent-Test; siehe Allergien...)

Kreuzallergien bzw. allergische Kreuzreaktionen

Gefürchtet sind die sogenannten Kreuzallergien mit anderen Allergenen. Dies können ebenfalls Pollen sein oder auch Nahrungsmittel. Sie kann bei Stoffen auftreten, die eine ähnliche Oberflächenstruktur haben wie das Allergen. Daher betrifft sie zuerst meist Mitglieder der gleichen Pflanzenfamilie. Etwa zeigen rund 70 % der Birkenpollenallergiker beim Verzehr pflanzlicher Nahrungsmittel, wie Äpfel, Steinobst, Karotten, Sellerie oder sojahaltige Produkte irgendwann allergische Reaktionen. Kreuzallergien treten zwar bei über der Hälfte der Allergiker auf, sie sind jedoch nicht zwangsläufig. Auch lässt sich über eine rechtzeitige naturheilkundliche Behandlung dem Auftreten von Kreuzallergien entgegen wirken. Allergische Kreuzreaktionen können sofort oder später auftreten. Häufige Symptome sind dabei:

  • Kratzen oder pelziges Gefühl im Gaumen- oder Rachenbereich, teils mit Schwellungen
  • Juckreiz der Mundschleimhaut
  • teilweise Rötung und Schwellung der Augenlider
  • in seltenen Fällen asthmatische Atembeschwerden

Nachfolgend häufige Kreuzallergien mit anderen Allergenen 

Birke 

  • Pollen: Hasel, Erle, Eiche, Buche, Esche, Sellerie/Beifuß
  • Nahrungsmittel: Mandeln, Karotten, Nüsse (v.a. Haselnüsse; Walnüsse; Paranuss), Soja
  • Frischobst wie Kernobst und Steinobst: Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Aprikosen, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Zwetschgen/Pflaume, Kirschen, Mirabelle, Nektarine, Jack Frucht
  • Selten: Tomaten (roh), Kartoffeln (roh), Kräuter/Gewürze, Kiwi, Litschi und Avocado, Sellerie
  • Verschiedene Gewürze (viele) 

Gräserpollen 

  • Pollen: Ruchgras, Wiesenlieschgras, Knäuelgras, Raygras
  • Nahrungsmittel: Ananas, Kartoffeln (roh), Soja + Erdnüsse (Hülsenfrüchte), Erbsen, Kiwis, Tomaten, Melone, Wassermelone
  • Getreide: Roggen, Hafer, Weizen, Gerste 

Getreidepollen 

  • Pollen: Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Weizen
  • Gräserpollen: Weidelgras
  • Nahrungsmittel: Getreidemehl 

Beifuss 

  • Pollen: Korbblütler wie Chrysanthemen/Margeriten, Birke, Löwenzahn, Kamille, Sonnenblume, Traubenkraut (Ragweed)
  • Nahrungsmittel: Paprika, Sellerie, Karotte, Kartoffel, Kiwi, Gurke, Melone, Artischocke, Tomate, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Litschi, Mango, Apfel
  • Gewürze: Anis, Koriander, Curry, Chili, Dill, Estragon, Fenchel, Ingwer, Kamille, Kardamom, Knoblauch, Kümmel, Muskatnuss, Paprika, Pfeffer, Pfefferminze, Petersilie, Senf, Wermut, Liebstöckel, Zimt
  • Kräuter: Basilikum, Majoran, Oregano, Thymian 

Sellerie 

  • Pollen: Birke, Beifuß
  • Nahrungsmittel: Karotte
  • Gewürze: Anis, Basilikum, Dill, Fenchel, Oregano, Kreuzkümmel, Koriander, Liebstöckel, Majoran, Thymian 

Ambrosia 

  • Pollen: Kamille
  • Nahrungsmittel: Melone, Banane 

Tipps bei Heuschnupfen 

  • Lüften in ländlichen Gebieten am besten abends 20-24 Uhr; in städtischen Gebieten dagegen eher in den frühen Morgenstunden 5-8 Uhr. Sonst Fenster geschlossen halten. Ggf. Pollenfilter an Fenstern
  • Beim Autofahren Fenster geschlossen halten
  • Vor dem Schlafengehen Haare abbrausen. Gesicht häufig mit kaltem Wasser kühlen
  • Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ablegen; Wäsche nicht im Freien trocknen lassen
  • Feucht Staub wischen. Staubsauger mit Feinstaubfilter und Pollenfilter verwenden (ausgeblasene Luft)
  • Ggf. im Freien Sonnenbrille tragen (direkter Augenkontakt Pollen)
  • Körperliche Anstrengungen wie Sport im Freien vermeiden (tieferes Einatmen)
  • Vermeiden von histaminhaltigen Nahrungsmitteln
  • Kreuzreagierende Lebensmittel können während der Pollenzeit schlechter verträglich sein
  • Gleichzeitiger Alkoholgenuss kann die allergische Reaktion verstärken
  • Stresssituationen und Belastung im Alltag können Einfluss auf die allergischen Reaktionen nehmen
  • Ggf. Urlaub in pollenarmem Ort (z.B. Gebirge, Meer) 

Mein Behandlungskonzept bei Heuschnupfen

Bei der Behandlung von Allergien unterscheide ich zwischen zwei Arten von Maßnahmen:

1. Krankheitsverstärker eliminieren

  • Diese verstärken die Beschwerden und erhöhen das Risiko von Kreuzallergien. Wichtig ist eine Anpassung der Ernährung hin zu einer histaminarmen und basenreichen Kost. Allergene sollten dabei natürlich ganz vermieden werden. Bei gleichzeitiger allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel ist ein Ernährungs-Tagebuch hilfreich.
  • Abfangen des durch die Entzündung hervorgerufenen oxidativen Stress durch geeignete Antioxidantien. Im Idealfall durch frisches Obst und Gemüse, ggf. zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine, bioaktive Pflanzenstoffe und Spurenelemente.
  • In der beschwerdearmen Zeit helfen allgemeine Kurmaßnahmen zur Ausleitung von Giftstoffen (z.B. mit entgiftenden Arzneipflanzen oder Schüßler-Salzen), eine Regulierung des Säure-Basen-Haushalts und ggf. eine Harmonisierung der Darmflora zu einer Umstimmung des Immunsystems. Häufig kann bereits dadurch eine deutliche Minderung der Symptome erreicht werden.

2. Heilende Maßnahmen

  • Meine zentrale Therapie ist die konstitutionelle Behandlung nach den Gesetzen der klassischen Homöopathie. Insbesondere bei vererbten Allergieanlagen ist dies wichtig, um dauerhaft einen entspannten Zustand des Immunsystems herbeizuführen. Das direkte Einwirken auf diese Anlagen zeichnet die klassische Homöopathie aus und macht sie besonders wertvoll bei heute verfügbaren Therapien. Diese Behandlung erfolgt gewöhnlich in der beschwerdefreien oder -armen Zeit und folgt auf die allgemeinen Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und Entgiftung.
  • Begleitend und individuell abhängig setze ich teilweise noch Pflanzenheilkunde, Schüßler-Salze oder Bachblüten ein.
  • Isolierte Pollenallergien, z.B. gegen Birke, Hasel oder spezielle Gräser und Kräuter lassen sich gut durch spezielle Methoden aus dem NLP behandeln.